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Was ist eigentlich wirklich wirklich?
Reflexionen & Impulse Nr. 10 | Oktober 2026
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In den letzten Jahren ist viel über „New Work“, moderne Führung und Selbstorganisation gesprochen worden.
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Doch all das funktioniert nur, wenn wir eines verstehen: Arbeit ist immer persönlich.
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Auch wenn wir uns Mühe geben, sachlich zu bleiben: in Meetings, in Konflikten, in Veränderungsprozessen – bringen wir uns selbst immer mit.
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Vielleicht ist gerade deshalb der Blick auf Persönlichkeitsmodelle so wertvoll: Sie geben uns Worte und Strukturen für etwas, das wir ohnehin jeden Tag erleben.
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Persönlichkeitsmodelle zeigen uns unsere Werkseinstellungen - nicht unser ganzes Betriebssystem.
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Ich mag die Metapher der „Werkseinstellungen“. Sie macht klar:
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- Wir alle haben typische Reaktions- und Verhaltensmuster.
- Wir alle haben Vorlieben im Denken, Entscheiden und Zusammenarbeiten.
- Und: Wir sind mehr als das.
Denn unser Verhalten entsteht nicht nur aus Persönlichkeit. Unser Verhalten - also, das, was wir tun und sagen entsteht auch aus:
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- Werten und Bedürfnisse
- emotionaler Kompetenz, kultureller Prägung
- unserer Biografie – den hellen und den dunklen Kapiteln
- und unseren inneren Antreibern und Ängsten.
Kurz: Wir sind komplex. Und das ist gut so.
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Warum das heute wichtiger ist als je zuvor
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In klassischen Organisationen konnte man noch einigermaßen gut „funktionieren“, ohne sich selbst ständig zu reflektieren. New Work stellt andere Fragen:
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- Wie arbeiten wir wirklich zusammen?
- Wie treffen wir Entscheidungen, wenn niemand alles weiß?
- Wie gehen wir mit Unsicherheit, mit Konflikten, mit Unterschiedlichkeit um?
Konflikte sind dabei kein Störfaktor – sie sind ein natürlicher Teil von Zusammenarbeit. Der Organisationsforscher Klaus Eidenschink sagt: „Organisationen sind um Konflikte herum gebaut.“ Da ist viel Wahres dran.
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Entscheidend ist also nicht, ob wir Konflikte haben, sondern wie bewusst wir darin handeln können.
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Unsere innere Brille: warum Führung immer Selbstführung ist
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Wir alle tragen eine Art psychologische VR-Brille. Sie färbt die Welt mit unseren Erfahrungen, Bedürfnissen und inneren Stimmen. Manchmal ist sie hilfreich, manchmal verzerrt sie.
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In selbstorganisierten Teams oder hybriden Strukturen wird diese Brille besonders relevant.
Denn ohne klare Hierarchie geht es jetzt stärker um die Qualität unserer Beziehungen, unserer Kommunikation und unserer Selbststeuerung.
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Was wir an uns selbst nicht sehen, begegnet uns oft bei anderen: als Ärger, Abwertung, Rückzug oder Überkontrolle. Das ist menschlich.
Aber: Wenn wir Verantwortung tragen, werden unsere blinden Flecken schnell zur Belastung für andere.
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Innere Arbeit ist kein Luxus - sie ist kollektive Verantwortung
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Ich beobachte immer wieder, dass viele Führungskräfte erstaunlich viel wissen über operative Prozesse, KPIs und Strategien.
Aber relativ wenig über sich selbst.
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Dabei ist Selbstreflexion genau das, was moderne Zusammenarbeit braucht:
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- bewusste Präsenz statt Automatismen
- echte Beziehungen statt Rollen-Masken
- Mut statt Kontrolle
- Klarheit statt Missverständnisse
- innere Freiheit statt alten Mustern
„Schattenarbeit“ - also der Blick auf unsere blinden Flecken, Muster und Ängste - ist kein Hobby von Psychologen. Es ist stetige Reflexion des eigenen „Betriebssystems“.
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Nicht um „perfekt“ zu werden. Sondern um frei zu werden für bessere Entscheidungen, bessere Zusammenarbeit und gesündere Teams.
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Eine Einladung an uns alle
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Wir müssen diesen Weg nicht gehen. Aber wir können ihn gehen - Coaching kann ein Startpunkt sein.
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Vielleicht braucht es ein bisschen Mut. Der Lohn ist die Freude, gemeinsam an einer (Arbeits-)welt zu bauen, in der Menschen wachsen dürfen.
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New Work ist nicht New Tools. New Work ist erstmal innere Arbeit.
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Wenn du magst: Let’s work this out together.
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Leite den Text gerne weiter an jemanden, der vielleicht gerade jetzt diesen Impuls braucht.
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