Share this emailCopy the public link or share it on your favorite channel.
Logo

Body first, business second.

Reflexionen & Impulse Nr. 8 | August 2026

Ein Sommerabend im Juni letzten Jahres. Auf einer Geschäftsreise habe ich in Köln Zwischenstation gemacht, um mit einem guten Freund essen zu gehen. Wir tauschen uns aus, wie es uns gerade geht und was uns beschäftigt. Ich erzähle ihm, dass mein Kalender mal wieder ziemlich voll ist und ich mich ein wenig atemlos fühle.

Er hört mir zu und antwortet in nur einen Satz: „Body first, business second.“

Natürlich denke ich zuerst: Du hast gut reden.

Er ist Unternehmer, mutig und rebellisch. Seit Jahren kämpft er auf wissenschaftlicher Basis gegen längst überholte juristische Restriktionen in der Psychopharmakologie – mit Podcasts, Kongressen und Retreats. Sein eigener Kalender dürfte kaum leerer sein als meiner.

Trotzdem steht er natürlich in einem anderen Leben. Er ist 35, hat keine Kinder, keinen Immobilienkredit, keinen Leasingvertrag. Er ist Herr seiner Zeit. Da mag so ein Leitsatz funktionieren, denke ich.

Doch dann stellt er eine einfache Frage: „Was bleibt von dir und deiner Arbeit übrig, wenn dein Körper nicht mehr mitmacht?“

Dieser Satz hat mich getroffen. Mir wurde klar, wie selbstverständlich ich meinen Körper oft als Dienstleister für mein Gehirn behandle. Hauptsache, der Kopf funktioniert. Dabei ist es genau andersherum.

Alles, was ich denke, fühle, entscheide und erschaffe, entsteht in meinem Körper.
Dann fiel mir wieder ein, das mir schon vor vielen Jahren geholfen hatte, als meine beiden Söhne noch klein waren und der Alltag oft einem Rummelplatz glich.

Ich hielt immer wieder kurz inne und fragte mich: „Was brauche ich gerade?“

Oft war die Antwort erstaunlich unspektakulär. Ein Glas Wasser. Einmal tief durchatmen. Ein paar Minuten frische Luft.

Mehr nicht.

Seit diesem Gespräch in Köln schlage ich meinen Coaching-Klientinnen und -Klienten häufig dieses einfache Motto vor. Fast immer höre ich dieselben Einwände, die ich damals selbst hatte:

"Dafür habe ich gerade keine Zeit."

Niemand würde auf die Idee kommen, an einer Tankstelle vorbeizufahren, wenn das Lämpchen im Armaturenbrett schon rot leuchtet mit dem Hinweis, dafür habe man nun wirklich keine Zeit.

Schon wenige bewusste Atemzüge versorgen unser Gehirn mit frischem Sauerstoff. Beim Gehen beginnt unser Verstand zu spielen und produziert die besten Ideen.

Sport hilft unserem Körper, Stresshormone abzubauen – jene uralten Botenstoffe, die uns auf Flucht oder Kampf vorbereiten sollten, heute aber oft einfach nur im Körper herumwabern und uns irgendwann krank machen.

Und wenn sich Denken und Bewegung über den Tag hinweg abwechseln, entsteht etwas, das ich inzwischen sehr schätze: ein stimmiger Rhythmus.

Der Sommer macht uns das gerade besonders leicht. Also: raus mit dir! Die Morgenluft ist frisch und kühl. Die Tage sind lang. Die Natur lädt uns jeden Tag ein, nach draußen zu gehen.

Wir werden effizienter, wenn wir unseren Körper wieder als Verbündeten zu behandeln – statt als Taxi für das Gehirn.

Und falls du dich fragst, warum mein Arbeitstag meistens erst gegen 10 Uhr beginnt:

Jetzt kennst du die Antwort.



Wenn du beim Lesen an jemanden denken musstest:
leite diesen Text gerne weiter.

Vielleicht ist das hier gerade passend:
www.d5purposelab.de
und auf Instagramm D5.Purpose.Lab.


linkedin instagram 
Email Marketing Powered by MailPoet