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"Das Leben ist ein langer, ruhiger Fluss."
Reflexionen & Impulse Nr. 7 | Juli 2026
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Meines ist eher eine Achterbahn. Oder eine Autobahn. Manchmal ein Pfad durch den Dschungel. Gelegentlich ein Tunnel mit dem berühmten Licht am Ende. Und ja - zwischendurch auch mal ein Strandspaziergang.
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Aber ein stetig ruhiger Fluss? Eher nicht.
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Und ehrlich gesagt: Ich würde das vermutlich auch gar nicht aushalten. Ich mag es, wenn was los ist. Wenn etwas passiert. Wenn das Leben mich überrascht.
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Der japanische Sozial- und Persönlichkeitspsychologe Shigehiro Oishi nennt das „Psychological Richness“. In seiner Forschung beschäftigte er sich mit der Frage, was ein erfülltes Leben ausmacht, und erkannte neben Glück und Sinn noch eine dritte Dimension: das psychologisch reiche Leben.
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Ein psychologisch reiches Leben zeichnet sich aus durch:
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- Vielfalt und Neuheit - unterschiedliche Erfahrungen, neue Perspektiven, ungewöhnliche Situationen
- Überraschung und Wandel - Dinge, die herausfordern, irritieren und den Blick auf das Leben verändern
- Tiefe und Reflexion - Einsichten, die aus komplexen Erfahrungen entstehen, manchmal gerade aus schwierigen Situationen
Oishi sagt sinngemäß: Lebe nicht nur so, dass du dich gut fühlst. Und nicht nur so, dass dein Leben einem Zweck dient. Sondern so, dass du wächst, lernst und das Leben in seiner ganzen Tiefe und Vielfalt erfährst.
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Denn plötzlich erschien mir vieles in einem anderen Licht. Mein Leben war und ist voller „psychological richness“. Was für ein wunderbares Re-Framing.
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Gleichzeitig kennen viele Führungskräfte die feine Grenze zwischen Fülle und Überfüllung nur zu gut. Zwischen Lebendigkeit und Erschöpfung. Zwischen inspirierender Vielfalt und permanenter Reizüberflutung.
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Die Herausforderung besteht darin, diese Grenze immer wieder neu auszuhandeln - mit dem eigenen Körper, der Seele und dem sozialen Umfeld. Denn sie ist nicht statisch. Sie verändert sich mit der Tagesform, mit Lebensphasen, mit Krisen und innerem Wachstum.
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Und vielleicht passiert noch etwas anderes:
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Je älter wir werden und je tiefer wir das Leben erfahren, desto häufiger taucht eine Form spiritueller Leere auf. Die traditionellen Angebote der Kirchen wirken für viele nicht mehr anschlussfähig. Gleichzeitig bleiben fernöstliche Weisheitslehren oft etwas Exotisches - bewundert, aber innerlich nicht wirklich integriert.
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Ich glaube inzwischen, dass sich die Herausforderungen der kommenden Jahre nur mit einem tragfähigen inneren Fundament bewältigen lassen - besonders für Menschen, die Verantwortung tragen.
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Auch darin liegt eine enorme „psychological richness“.
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Wenn du beim Lesen an jemanden denken musstest: leite diesen Text gerne weiter.
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